Eine Wurzelbehandlung rettet einen entzündeten oder infizierten Zahn und erspart Ihnen häufig die Extraktion. In unserer Zahnarztpraxis in der Münsteraner Innenstadt führen wir die Behandlung mit moderner Diagnostik und schonender örtlicher Betäubung durch – in der Regel weitgehend schmerzfrei und in ein bis zwei Sitzungen.
Typische Anzeichen sind starke Zahnschmerzen, Empfindlichkeit gegenüber Hitze oder Kälte sowie Schwellungen. Ausführliche Informationen zu Ursachen, Ablauf und den Risiken einer unbehandelten Wurzelentzündung finden Sie in unserem Ratgeber „Wann ist eine Wurzelbehandlung notwendig?“.
Am Anfang steht die Diagnose. Wir prüfen, wie der Zahn auf Kälte und auf Klopfen reagiert, und fertigen ein digitales Röntgenbild an, das zeigt, wie weit die Entzündung reicht und wie die Wurzeln verlaufen. Erst danach steht fest, ob und wie der Zahn zu erhalten ist – und wir sagen es Ihnen ehrlich, wenn die Aussichten schlecht stehen.
Kommen Sie mit akuten Schmerzen, ist der erste Schritt oft die Entlastung: Der Zahn wird eröffnet und der Druck genommen. Der Schmerz lässt dann meist unmittelbar deutlich nach, und die eigentliche Aufbereitung erfolgt im Anschluss oder beim Folgetermin.
Die Behandlung selbst umfasst das Entfernen des entzündeten Gewebes, die Reinigung und Formgebung des gesamten Kanalsystems, mehrfaches Spülen und den dichten Verschluss. Zum Abschluss besprechen wir, wie der Zahn dauerhaft versorgt wird – je nach verbliebener Substanz mit einer stabilen Füllung oder einer Krone, die den Zahn von außen zusammenhält.
Ob eine Wurzelbehandlung hält, entscheidet sich an Details, die man als Patientin oder Patient nicht sieht. Fünf davon sind uns wichtig:
Der Spanngummi (Kofferdam) trennt den Zahn vom übrigen Mundraum. Er hält ihn trocken und verhindert, dass Bakterien aus dem Speichel in die geöffneten Kanäle gelangen. Für den langfristigen Erfolg ist das ein wichtiger Punkt – und einer, der aus Zeitgründen gern weggelassen wird.
Die Vergrößerung macht feine, gekrümmte oder zusätzliche Kanäle sichtbar, die sonst leicht übersehen werden. Eine mindestens 5-fache Vergrößerung gehört bei uns zum Standard. Ein nicht gefundener Kanal ist die häufigste Ursache dafür, dass eine Entzündung nach der Behandlung bestehen bleibt.
Die elektrometrische Längenbestimmung zeigt mikrometergenau, wo die Wurzel endet. Nur so lässt sich der Kanal auf ganzer Länge aufbereiten, ohne über die Spitze hinauszuarbeiten.
Die maschinelle Aufbereitung mit Nickel-Titan-Feilen nutzt ein Metall, das sich biegen lässt, ohne seine Form zu verlieren. Diese Feilen folgen deshalb auch gekrümmten Kanälen, statt sie zu begradigen, und arbeiten die Kanalwände gleichmäßig aus. Die Längenmessung läuft dabei mit: Das Gerät erkennt, wenn die Feile das Ende der Wurzel erreicht. So wird exakt bis zum gewünschten Punkt aufbereitet und nicht darüber hinaus.
Das digitale Röntgen liefert die Bilder für Planung und Kontrolle bei deutlich geringerer Strahlenbelastung als herkömmliche Aufnahmen.
Die Behandlung erfolgt unter örtlicher Betäubung und ist dadurch in aller Regel schmerzfrei. Wir prüfen die Wirkung, bevor wir beginnen, und vereinbaren mit Ihnen ein Handzeichen, mit dem Sie jederzeit unterbrechen können.
Bei einem stark entzündeten Zahn kann die Betäubung anfangs schlechter anschlagen. Das ist bekannt und lässt sich einplanen – wie das funktioniert, erklären wir ausführlich im Ratgeber „Wurzelbehandlung mit Betäubung“.
Wenn Ihnen der Zahnarztbesuch grundsätzlich schwerfällt, sagen Sie es bitte bei der Terminvereinbarung. Wir planen dann mehr Zeit ein und legen den Termin an den ruhigen Rand des Tages.
Es kommt vor, dass ein Zahn Jahre nach einer Wurzelbehandlung wieder Beschwerden macht oder auf einem Röntgenbild eine Entzündung an der Wurzelspitze zeigt. Das ist kein Grund, den Zahn aufzugeben.
In vielen Fällen lässt sich die alte Wurzelfüllung entfernen und das Kanalsystem erneut aufbereiten – oft findet sich dabei ein Kanal, der beim ersten Mal nicht erfasst wurde. Diese Revision führen wir selbst durch. Führt auch sie nicht zum Ziel, ist ein kleiner chirurgischer Eingriff an der Wurzelspitze eine Möglichkeit; dafür überweisen wir zu einer kieferchirurgischen Praxis. Erst danach stellt sich die Frage nach dem Ziehen des Zahnes.
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Wurzelbehandlung, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind – vereinfacht gesagt dann, wenn der Zahn eine geschlossene Zahnreihe erhält oder verhindert, dass herausnehmbarer Zahnersatz nötig wird. Bei weit hinten liegenden Backenzähnen ist das nicht immer der Fall.
Einzelne der oben beschriebenen Verfahren gehören nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen und werden privat abgerechnet. Wir besprechen vorher mit Ihnen, was in Ihrem Fall sinnvoll ist, und Sie erhalten die Kosten schriftlich, bevor die Behandlung beginnt. Privat Versicherte klären den Umfang vorab mit ihrer Versicherung.
Rufen Sie uns während unserer Öffnungszeiten an – wir versuchen, Sie schnellstmöglich einzuplanen. Sagen Sie am Telefon, dass es sich um akute Schmerzen handelt, dann können wir den Termin entsprechend einordnen. Außerhalb der Sprechzeiten hilft die Notdienstsuche der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe weiter.
Unsere Praxis liegt in der Mauritzstraße 23 in der Innenstadt von Münster, wenige Gehminuten von den Haltestellen Eisenbahnstraße und Bült. Gegenüber befindet sich das Parkhaus „Alter Steinweg“ – über den Ausgang Mauritzstraße stehen Sie direkt vor unserer Tür.
Unter wirksamer örtlicher Betäubung ist die Behandlung in aller Regel schmerzfrei. Die Schmerzen, an die sich viele erinnern, stammen meist von der Entzündung davor.
Eine Sitzung dauert etwa ein bis zwei Stunden. Häufig sind ein bis zwei Termine nötig, abhängig von der Zahl der Kanäle und dem Ausmaß der Entzündung.
Die Entzündung breitet sich über die Wurzelspitze in den Knochen aus. Möglich sind ein Abszess und am Ende der Verlust des Zahnes.
Wir versuchen es. Rufen Sie während der Öffnungszeiten an und sagen Sie, dass es akut ist. Oft ist der erste Schritt eine Entlastung des Zahnes, die den Schmerz sofort deutlich lindert.
Ja. Die alte Wurzelfüllung lässt sich in vielen Fällen entfernen und das Kanalsystem erneut aufbereiten. Häufig findet sich dabei ein beim ersten Mal nicht erfasster Kanal.
Bei dichtem Verschluss, stabiler Versorgung der Krone und guter Mundhygiene viele Jahre, häufig ein Leben lang. Weil der Zahn keinen Nerv mehr hat, übernimmt die Kontrolluntersuchung die Warnfunktion.