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Kariesbehandlung: Was der Zahnarzt macht, wenn ein Zahn repariert werden muss

Kariesbehandlung: Ablauf und Füllungen, Dr. Holstiege Münster
Zahnärztin Dr. Holstiege

Karies wird behandelt, indem das erkrankte Gewebe entfernt und der Defekt dicht verschlossen wird. Wie aufwendig das ist, hängt davon ab, wie tief die Karies reicht: Im Frühstadium genügt manchmal die Härtung des Zahnschmelzes, im Regelfall folgt eine Füllung, bei großen Defekten eine Krone. Der Eingriff erfolgt bei Bedarf unter örtlicher Betäubung und ist dann schmerzfrei. Hier erfahren Sie, wie die Behandlung abläuft, welche Füllung wann sinnvoll ist und was Sie danach beachten sollten.

Wie entsteht Karies?

Karies zählt zu den häufigsten Zahnerkrankungen weltweit. Sie entsteht, wenn bestimmte Bakterien im Zahnbelag Zucker aus der Nahrung in Säuren umwandeln. Diese Säuren greifen den Zahnschmelz an und lösen Mineralien aus der Zahnoberfläche.

Entscheidend ist dabei nicht die Menge an Zucker, sondern die Häufigkeit. Nach jeder zuckerhaltigen Mahlzeit sinkt der pH-Wert im Mund für etwa eine halbe Stunde in den kritischen Bereich; danach gleicht der Speichel ihn wieder aus und lagert Mineralien zurück in den Schmelz ein. Wer über den Tag verteilt immer wieder etwas Süßes zu sich nimmt, hält den Zahn dauerhaft in dieser Angriffsphase – ein Stück Kuchen zum Kaffee ist für die Zähne unproblematischer als eine Tüte Gummibärchen über den Nachmittag.

Karies erkennen: warum sie lange nicht weh tut

Solange die Karies auf den Zahnschmelz begrenzt ist, spüren Sie nichts – der Schmelz enthält keine Nerven. Sichtbar ist sie in diesem Stadium als weißlicher, matter Fleck, später als bräunliche Verfärbung. Bricht die Oberfläche ein, entsteht ein spürbares Loch.

Erst wenn die Karies das darunterliegende Dentin erreicht, meldet sich der Zahn: zuerst mit Empfindlichkeit auf Süßes, dann auf Kälte. Hält der Schmerz nach dem Reiz lange an oder tritt er von selbst auf, ist meist bereits der Nerv beteiligt.

Weil ausgerechnet die frühen Stadien schmerzfrei verlaufen und häufig zwischen den Zähnen entstehen, wo man sie nicht sieht, ist die regelmäßige Kontrolle der einzige zuverlässige Weg, Karies früh zu finden.

Was macht der Zahnarzt bei Karies?

Am Anfang steht die Diagnose. Wir untersuchen die Zähne, prüfen verdächtige Stellen und beurteilen bei Bedarf ein Röntgenbild – vor allem für die Zahnzwischenräume, die sich mit bloßem Auge nicht einsehen lassen. Daraus ergibt sich, wie tief der Defekt reicht und wie er versorgt wird.

Ablauf der Kariesbehandlung Schritt für Schritt

Reicht die Karies bis ins Dentin, wird der Zahn örtlich betäubt. Anschließend entfernen wir das erweichte, von Bakterien durchsetzte Gewebe vollständig – bleibt etwas davon zurück, arbeitet die Karies unter der Füllung weiter. Danach wird der Zahn gereinigt und getrocknet.

Der Aufbau erfolgt in dünnen Schichten, die jeweils mit Licht gehärtet werden. Zum Schluss prüfen wir mit einem farbigen Prüfpapier, ob die Füllung genau in Ihren Biss passt, und passen sie an. Eine Füllung, die auch nur minimal zu hoch steht, führt sonst zu Beschwerden im Kiefergelenk.

Ein kleiner Defekt ist häufig in 20 bis 30 Minuten versorgt, größere Rekonstruktionen brauchen entsprechend länger.

Karies behandeln ohne Bohren – geht das?

In frühen Stadien ja. Ein Fleck, bei dem der Schmelz noch geschlossen ist, lässt sich in vielen Fällen durch gezielte Härtung des Schmelzes und veränderte Pflege zum Stillstand bringen – der Zahn lagert Mineralien zurück ein. Das ist der erste Weg, den wir gehen, solange er trägt.

An den sichtbaren Außenflächen der Zähne kommt ein zweites Verfahren infrage: Dort lässt sich beginnende Karies mit einem dünnflüssigen Kunststoff durchtränken und versiegeln, ohne zu bohren. Besonders hilfreich ist das bei den weißen Flecken, die nach einer festsitzenden Zahnspange zurückbleiben. Sie treten optisch deutlich zurück, und der geschwächte Schmelz wird zugleich stabilisiert.

Sobald die Oberfläche eingebrochen ist, führt daran allerdings kein Weg vorbei: Das zerstörte Gewebe muss entfernt werden, weil es sich nicht regenerieren kann. Wer früh kommt, hat also nicht nur weniger Aufwand, sondern manchmal auch die Wahl.

Ist die Kariesbehandlung schmerzhaft?

Bei einer oberflächlichen Karies ist häufig gar keine Betäubung nötig. Sobald tiefere Bereiche betroffen sind, betäuben wir örtlich – die Behandlung ist dann schmerzfrei. Wenn Sie unsicher sind, sagen Sie es vorher; wir betäuben lieber einmal mehr als nötig, als dass Sie den Termin unangenehm in Erinnerung behalten.

In den ersten Tagen nach einer tiefen Füllung kann der Zahn empfindlich auf Kälte reagieren. Das legt sich üblicherweise. Halten die Beschwerden über zwei Wochen an oder nehmen sie zu, melden Sie sich bitte – dann schauen wir nach, ob der Nerv stärker gereizt ist als erwartet.

Welche Füllung ist die richtige?

Für sichtbare Bereiche sind zahnfarbene Kunststofffüllungen der Standard. Sie werden direkt im Zahn aufgebaut, haften am Zahn und sind in einer Sitzung fertig. Bei größeren Defekten, bei denen viel Substanz fehlt, ist ein im Labor oder digital gefertigtes Inlay die stabilere Lösung; ist die Wand des Zahnes nicht mehr tragfähig, schützt eine Krone den Zahn vor dem Bruch.

Welche Versorgung in Ihrem Fall sinnvoll ist, hängt von der Größe des Defekts, der Lage im Kiefer und der Kaubelastung ab. Was die gesetzliche Krankenkasse trägt und was als Zuzahlung anfällt, besprechen wir vorher – bei allem, was über die Regelversorgung hinausgeht, bekommen Sie die Kosten schriftlich, bevor wir beginnen.

Wenn die Karies zu tief ist

Reicht die Karies bis an den Zahnnerv, genügt eine Füllung nicht mehr. Dann steht die Frage im Raum, ob sich der Nerv noch erholt oder ob eine Wurzelbehandlung nötig ist. Ausführlich erklären wir das im Ratgeber „Wann ist eine Wurzelbehandlung notwendig?“.

Wie tief ein Defekt tatsächlich reicht, zeigt sich manchmal erst während der Behandlung. Deshalb sprechen wir bei größeren Defekten beide Möglichkeiten vorher an – damit Sie wissen, was auf Sie zukommen kann.

Karies bei Kindern und Milchzähnen

Milchzähne werden behandelt wie bleibende Zähne. Der häufigste Einwand – sie fallen ohnehin aus – trifft nicht zu: Ein Milchzahn hält den Platz für den bleibenden Zahn frei, und eine unbehandelte Karies kann den darunter liegenden Zahnkeim schädigen. Außerdem tut sie einem Kind genauso weh wie einem Erwachsenen.

Bei Kindern arbeiten wir betont ruhig und erklären jeden Schritt vorher. Für die Vorbeugung stehen die Versiegelung der bleibenden Backenzähne und regelmäßige Kontrollen zur Verfügung.

Karies vorbeugen

Zweimal täglich putzen mit fluoridhaltiger Zahnpasta, einmal täglich die Zahnzwischenräume reinigen, und zwischen den Mahlzeiten Pausen lassen, in denen der Speichel den Zahn wieder aufmineralisieren kann – das sind die drei Punkte, die wirklich zählen.

Dazu kommen die regelmäßige Kontrolle und die professionelle Zahnreinigung, bei der die Stellen gereinigt werden, an die Sie zu Hause nicht herankommen. Karies, die früh gefunden wird, ist mit dem geringsten Aufwand zu behandeln – und manchmal ganz ohne Bohrer.

Kariesbehandlung in Münster: Termin in unserer Praxis

Sie haben eine dunkle Stelle entdeckt, ein Loch bemerkt oder einen empfindlichen Zahn? Wir schauen es uns an und besprechen mit Ihnen, welche Versorgung sinnvoll ist. Sie finden uns in der Mauritzstraße 23 in der Innenstadt von Münster.

Häufige Fragen zur Kariesbehandlung

Kann Karies von selbst wieder verschwinden?

Nur im allerersten Stadium, solange der Zahnschmelz geschlossen ist. Dann kann der Zahn Mineralien zurück einlagern. Ist die Oberfläche eingebrochen, heilt der Defekt nicht mehr aus.

Was macht der Zahnarzt bei Karies genau?

Er entfernt das erweichte Gewebe vollständig, reinigt und trocknet den Zahn und verschließt den Defekt – meist mit einer zahnfarbenen Füllung, die in Schichten aufgebaut und gehärtet wird. Zum Schluss wird die Füllung in den Biss eingepasst.

Tut eine Kariesbehandlung weh?

Bei oberflächlicher Karies ist oft keine Betäubung nötig. Bei tieferen Defekten wird örtlich betäubt, die Behandlung ist dann schmerzfrei.

Wie lange hält eine Füllung?

Das hängt von Größe, Lage und Belastung ab und reicht von wenigen Jahren bis zu weit über zehn. Bei jeder Kontrolle prüfen wir die Ränder – dort beginnt eine neue Karies am häufigsten.

Muss Karies an Milchzähnen behandelt werden?

Ja. Milchzähne halten den Platz für die bleibenden Zähne frei, und eine unbehandelte Karies kann den darunterliegenden Zahnkeim schädigen.

Was passiert, wenn ich die Behandlung aufschiebe?

Die Karies arbeitet weiter nach innen. Aus einer Füllung wird dann eine größere Rekonstruktion, im nächsten Schritt eine Wurzelbehandlung und im ungünstigsten Fall der Verlust des Zahnes.